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Im Ruhrgebiet schreiben die Missionsärztlichen Schwestern Geschichte. Denn hier liegen die Wurzeln für die erste Niederlassung der Gemeinschaft in Deutschland im Jahre 1958. Zu diesem Zeitpunkt gab es schon mehrere deutsche Schwestern, die in England oder Amerika eingetreten waren und den Schritt in die internationale Gemeinschaft gewagt hatten. Einige von ihnen knüpften dann mit Unterstützung unserer niederländischen Schwestern die ersten Kontakte in der Diözese Essen. Es begann mit kleinen Schritten, zunächst in einem Kinderheim in Mödrath, darauf folgten kurze Zeiten in Mülheim und Gelsenkirchen bis die Schwestern 1962 in eine kleine Villa in Essen-Stelle-Horst einzogen. Über viele Jahre war dieses Haus ein Informations-zentrum für missionarische Dienste und bot lebendige Jugend- und Frauenarbeit an. Darüber hinaus engagierten sich die Schwestern auf vielfältige Weise für Gerechtigkeit und Frieden weltweit. In diesem "Missionshaus" in Essen-Steele-Horst sind viele deutsche Schwestern eingetreten und haben hier ihre Einführungszeit in die Gemeinschaft verbracht. Mit dem Aufbau von mehreren kleinen Kommunitäten deutschlandweit, nahm die Gemeinschaft 1994 nach 32 Jahren Abschied von einem Stück Geschichte in Essen-Horst.
Heute leben nach wie vor Missionsärztliche Schwestern im Ruhrgebiet in zwei Kommunitäten in Essen und Bottrop. Ausgehend von den geschichtlichen Anfängen in dieser Region steht immer mehr im Mittelpunkt unseres Interesses die Entwicklung der „Ruhrcity“ als multi-kultureller Ort mit hoher Arbeitslosigkeit , Überalterung und Stadtflucht. Die vielfältigen Probleme der Gesellschaft fordern auch uns als MMS heraus; die Zeichen der Zeit zu sehen und in unserer Arbeit und heilenden Präsenz die Sorgen der Menschen zu teilen und mit ihnen eine Antwort zu suchen. Heilende Präsenz zu leben ist nicht gebunden an eine bezahlte, berufliche Tätigkeit, sondern geprägt von der Art und Weise, wie wir leben, Menschen begegnen und in Beziehung treten. Davon gibt die Gruppe der älteren Schwestern in Essen-Rüttenscheid ein lebendiges Zeugnis. Diese Kommunität bietet Raum und Zeit für betagte und kranke Missionsaerztliche Schwestern. Eingebunden in dieses Netz der Fürsorge sind auch zwei ältere Schwestern, die im nahen Umkreis im Altenheim leben. Die Schwestern wollen in Würde alt werden. Dazu gehört das lebendige Interesse für alles, was in der Gemeinschaft und in der Welt geschieht, die Freude an den Besuchen von Schwestern aus aller Welt, das lebendige Erzählen von ihren Erfahrungen und der Geschichte unserer Gemeinschaft. Dazu gehört auch das treue Sorgen füreinander bis ins hohe Alter. Wer diese Schwestern erlebt, spürt noch immer ihre innere Freiheit und ihren Pioniergeist. Schwester Erna Stocker und Schwester Mechthild Driesch, die zu dieser Kommunität gehören, sind teilweise noch beruflich im Bereich der Altensorge (in der Pflege und Seelsorge, Fortbildung) engagiert.
Die zweite Kommunität, ist Mitte Juni 2004 von Duisburg – Hamborn nach Bottrop in das frühere Pfarrhaus der Pfarrei Heilig Kreuz umgezogen. Ausschlaggebend für den Umzug waren der Wunsch nach einem Ort, der mehr Stille und Besinnung in unserer hektischen Zeit ermöglicht, um hier sich selbst und Gott neu begegnen zu können. Letztlich geht es darum die Quelle unseres Lebens immer mehr zu erfahren , und andere Menschen mit auf diesen Weg einzuladen, um sich gemeinsam auf die Suche nach dem tiefsten Sinn unseres Daseins zu begeben und daraus Kraft zum Leben zu schöpfen. Wichtig ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz. Das Gebet, unser Leib, die Natur, alles sind Wege zu Gott. Zweimal monatlich lädt die Kommunität zu einem Gottesdienst ein, in dem auch liturgischer Tanz als Gebetsform einen Platz hat. Beim anschließenden Abendessen ist immer wieder die Möglichkeit, die verschiedenen Lebens-situationen und Alltagserfahrungen miteinander auszutauschen. Sr. Christiana Hanßen, von Beruf Physio- und Tanztherapeutin bietet regelmäßig einmal monatlich meditatives Tanzen an, um über Leib und Musik einen neuen Zugang zum Göttlichen zu finden. Als Physiotherapeutin arbeitet sie in einer Praxis und erfährt, wie sich über körperliche Zuwendung und Bewegung auch seelische Schmerzen ansprechen und verwandeln lassen. Sr. Beate Harst begleitet Menschen in existentiellen Lebenssituationen, ob in der Krankenhausseelsorge, in der Trauerarbeit, in Exerzitien oder der Begleitung Einzelner oder Gruppen, wobei ihr die Arbeit mit Frauen besonders am Herzen liegt. Sr. Karin Ripp arbeitet als Chirurgin in einem nahegelegenen Krankenhaus und versucht, die Mission der heilenden Präsenz in der Institution Krankenhaus zu leben, was immer wieder eine neue Herausforderung ist. Als Gruppe versuchen die Drei ein Ort Gottes unter den Menschen zu sein und aus der immer neuen Begegnung mit Gott und den Menschen verwandelt hervorzugehen, um neue Kraft und Hoffnung für den Alltag zu schöpfen und am Aufbau einer menschlicheren Welt mitzuwirken. Unsere Adressen: Missionsärztliche Schwestern Missionsärztliche Schwestern
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